Welcome Mr. President!

Die Beziehung zwischen Berlinern und US Präsidenten war immer eine besondere. Gerade wir West-Berliner haben unseren amerikanischen Freunden sehr viel zu verdanken und vergessen nicht, was die tapferen Soldaten für uns getan und wie die jeweiligen Präsidenten zu uns gestanden haben, doch die Fußstapfen seiner Vorgänger sind Barack Obama viel zu groß.

Der heutige Besuch ist alles andere als historisch, auch wenn einige Medien uns das so verkaufen. Vor handverlesenem Publikum wird Barack Obama eine Rede vor dem Brandenburger Tor halten und vergisst dabei die Berliner Bevölkerung, insbesondere die 200.000 begeisterten Zuhörer, die vor seiner Präsidentenwahl zum Großen Stern kamen und ihn euphorisch begrüßt haben.

Viel ist nicht geblieben von dem Mythos Obama, von dem Messias und Heilsbringer. Was bleibt, ist Ernüchterung und vielleicht die Einsicht, dass Politik keine Macht besitzt, schon gar nicht in den USA.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Politik Großes bewegt hat und Menschen begeisterte. Vielleicht ist es auch unfair, weil die heutige Zeit keine „Zeit für Helden“ mehr ist… die großen Probleme der Nachkriegszeit sind behoben, das alte Europa befriedet und unsere aktuellen Probleme sind zumindest nicht lebensbedrohlich.

Unvergessen und wahrlich historisch bleibt jedoch der Besuch John F. Kennedys am 26. Juni 1963, den 400.000 Berliner erlebten und den Innbegriff eines amerikanischen Präsidenten feierten.

JFK setzte im richtigen Moment ein ewig wehrendes Symbol für Freundschaft und Solidarität zwischen Amerika und Berlin.

Für mich ist und bleibt das Bekenntnis JFKs zu Berlin, auch wenn ich es als 1975 Geborener nicht live erlebte, ein Moment, der mir immer in Erinnerung bleibt und der mich jedes Mal, wenn ich das weltbekannte Zitat des Präsidenten höre, emotional trifft. Ein vergleichbares Symbol hätte man heute von Obama sicher nicht erwarten dürfen, wohl aber die Wertschätzung der tiefen Freundschaft der Berliner zu den USA und ihrem Präsidenten, auch in schwierigen Zeiten, in denen viele erkennen, Obama ist längst nicht der mächtigste Mann der Welt. Er bleibt aber der US Präsident und somit ein Freund unserer Stadt.

Hier noch einmal zur Erinnerung:

Bildnachweis:
Obama – Shepard Fairey, Obama – Hope (2008)
JFK – Junge-Transatlanktiker.de
Notizzettel – Icky.de


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Kommentare (1)

  • Welcome Mr. President… – Marco Senkpiel

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    […] aber ehrliche Worte von Marco Rosenfeld, zum Besuch von Barack Obama in unserer Stadt: http://marc-rosenfeld.com/obama-in-berlin/ Share this:FacebookTwitterGoogle […]

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